In Tibet haben sich vier große Schulen etabliert, deren Lehren bis heute von den Meistern auf ihre Schüler übertragen werden.

 

Die älteste dieser Schulen ist die Nyingmapa, die „Alte Schule“. Sie geht zurück auf die beiden indischen Meister Santaraksita und Padmasambhava (Guru Rinpoche), die den Buddhismus in Tibet im achten Jahrhundert etablierten, nachdem er im siebten Jahrhundert durch den damaligen König in Tibet eingeführt wurde.

 

Im neunten Jahrhundert kam der Buddhismus in Tibet aufgrund politischer Verfolgungen fast zum Erliegen, und erst ab dem 11. Jahrhundert erfuhr er eine Wiederbelebung. Aus dieser zweiten Verbreitungswelle gingen die drei weiteren großen Schulen hervor: die der Sakyapa geht auf den indischen Yogi Virupa zurück und wurde von Köntschog Gyalpo gegründet; die Gelugpa geht auf die tibetische Kadampa-Linie des indischen Meisters Atisha zurück und wurde von Tsongkhapa gegründet; und schließlich die Kagyüpa, die „Linie der mündlichen Übertragung“.

Im Laufe der Jahrhunderte, die auf die Zeit des Buddha folgten, entwickelten sich unterschiedliche Lehrtraditionen und der Buddhismus verbreitete sich über weite Teile Asiens.

Als Folge davon findet man heute in Sri Lanka, Thailand, Myanmar (Birma) und Kambodscha vor allem den Theravada; das Mahayana in Japan, China, Vietnam und Korea; und das Vajrayana hauptsächlich in Tibet, in Japan (neben dem Mahayana) und in der Mongolei.

Seit dem 20. Jahrhundert werden diese drei Traditionen auch in der westlichen Welt zunehmend praktiziert.

Die gemeinsame Quelle all dieser Traditionen ist der historische Buddha Shakyamuni.

In seinem Ursprungsland Indien ist der Buddhismus seit dem 13. Jahrhundert fast vollständig erloschen.

Die Kagyü-Linie geht auf den indischen Yogi Tilopa zurück. Tilopa erhielt seine Unterweisungen sowohl von realisierten Meistern als auch in Visionen, in denen ihn der Buddha selbst - in der transzendenten Form von Dordje Tschang - direkt unterwies.

 

Naropa war einer der größten indischen Gelehrten und wurde Schüler Tilopas, unter dessen Anleitung er 12 harte Prüfungen allein durch seine völlige Hingabe bestand. Indem Tilopa ihm schließlich mit einer Sandale auf den Kopf schlug, lösten sich alle seine Konzepte auf, und aus dem großen Gelehrten wurde ein großer verwirklichter Yogi.

 

Alle Übertragungen, die Naropa hielt, gab er weiter an Marpa den Übersetzer, den ersten Tibeter der Linie. Zusätzlich erhielt dieser weitere Belehrungen von anderen Meistern, darunter die des Mahamudra von Maitripa.

 

Unter der Anleitung von Marpa reinigte sein Hauptschüler Milarepa viel negatives Karma, das er durch schwarze Magie angesammelt hatte. Nach jahrelanger Meditation in Abgeschiedenheit erlangte er vollständige Erleuchtung und gab viele seiner Belehrungen in Form von Liedern weiter.

Der Arzt Gampopa wurde nach dem Tod seiner beiden Söhne und seiner Frau Mönch in der Kadampa-Tradition. Später wurde er Schüler von Milarepa, der ihm alle Lehren der Karma Kagyü-Linie übertrug. Gampopa war der erste Mönch dieser Linie und begründete deren monastisches System als Parallele zur bestehenden Tradition der Laienpraktizierenden. Er hatte viele Schüler, vier von denen gründeten die vier „großen“ Dhagpo Kagyü-Übertragungslinien („groß“, weil sie auf direkte Schüler Gampopas zurückgehen):

die Karma (oder auch Kamtsang) Kagyü, die Barom Kagyü,

die Tsalpa Kagyü, die heute nicht mehr besteht, und die Pagdru Kagyü.

 

Acht „kleine“ Linien gehen auf den Begründer der Padru Kagyü zurück. Von ihnen existieren heute noch vier.

Der erste Karmapa Düsum Khyenpa gründete die Karma Kagyü-Linie und sagte als erster Yogi Tibets die genauen Umstände seiner Wiedergeburt voraus. Bis heute wechseln sich die Reinkarnationen des Karmapa in ungebrochener Folge mit anderen verwirklichten Linienhaltern ab. Auf diese Weise werden die Lehren der Linie, deren Halter heute der 17. Karmapa ist, ohne Unterbrechung bis zum heutigen Tag lebendig gehalten.

 
 

Die angebotenen Praktiken und Aktivitäten stehen sowohl jenen offen, die sich neu auf den Weg machen möchten, als auch jenen, die bereits auf dem Weg sind.

Dabei muss aber angemerkt werden, dass im Falle gravierender psychischer Probleme, der Buddhismus keine psychologische Betreuung oder Therapie ersetzen kann. Die buddhistische Praxis basiert auf ein ausreichend stabiles Selbstwertgefühl, ohne dem sich die Probleme sogar ernsthaft verschlimmern können.

Wenn Sie uns schreiben möchten:

       +33 7 66 56 45 76

       bouddhismeauquotidien@yahoo.com

       34 rue du 57ème régiment de transmissions

       68100 Mulhouse - Frankreich

Bitte parken Sie Ihr Auto auf dem Lidl-Parkplatz gegenüber dem Gebäude (die Plätze auf dem Hof sind privat).

Om Mani Peme Hung

© 2020 - bouddhisme au quotidien